Der 20.000te Engel

Aktuelles aus München
Mohammad Hasani wird als 20.000ter Engel geehrt und viele Freunde freuen sich mit ©Gute Tat
17.12.2017

Der 20.000te Engel

Mohammad Hasani stammt aus Afghanistan und ist der 20.000te Engel bei Stiftung Gute Tat.

Im Rahmen des Internationalen Tags des Ehrenamts hieß Petra Bauer-Wolfram, die Standortleiterin für München und Region, Mohammad Hasani stellvertretend für alle 20.000 in München, Hamburg und Berlin Engagierten willkommen. Der Jubiläumsengel kommt aus Afghanistan, ist bundesweit der 20.000te Ehrenamtliche, der sich gemeldet hat, und will sich vor allem als Kletter-Trainer um Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund kümmern. Hier hat er auch bereits erste Erfahrungen gesammelt, die in einem kleinen Spot über seinen ehrenamtlichen Einsatz für den gemeinnützigen Verein „Bayerns beste Gipfelstürmer" gezeigt werden, bevor der vielfach ausgezeichnete Hauptfilm des Abends „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen" startet. Für andere im Engagement ein Vorbild zu sein, war Mohas Motivation, sich über die Internetplattform anzumelden.

Jeder kann helfen - und mit wenig Zeit viel bewegen

Im Durchschnitt 1000 Ehrenamtliche pro Jahr für ein soziales Engagement zu begeistern, das ist die positive Bilanz der im Jahr 2000 gegründeten Stiftung, die mit dem Motto „Jede/r kann helfen - und mit wenig Zeit viel bewegen" ihr Erfolgsgeheimnis auf den Punkt bringt.

Von der Bepflanzung von Hochbeeten im Seniorenheim über Lesenächte für Kinder mit Behinderung oder eine Schach- Arbeitsgemeinschaft bis hin zu einer Patenschaft für Frühchen: Ehrenamtliche können auf den Internetseiten der Stiftung regelmäßig aus bundesweit mehr als 800 sozialen Projekten ihr Wunschprojekt auswählen und sich darüber hinaus mit ihren persönlichen Fähigkeiten auch als sogenannte „Talentengel" einbringen.

Mohammad Hasani ist aktiv

Mohammad Hasani ist nicht das erste Mal ehrenamtliche aktiv. Er kam vor einigen Jahren als unbegleiteter Minderjähriger nach München - und hatte das Glück einen Platz bei der SchlauSchule zu bekommen. Viele Schülerinnen und Schüler der SchlauSchule, hat sich gezeigt, bringen sich vorbildlich in die Gesellschaft ein und sind ehrenamtlich aktiv. Manch ein Alteingesessener könnte daneben fast schon schlecht integriert aussehen. So auch Mohammad: er ist aktiv in einer Volleyballmannschaft. Mindestens einmal die Woche trainiert er mit seinen Teammitgliedern. Daneben hat Mohammad noch seinen Kletterschein gemacht. Damit möchte er nun aktiv sein als Ehrenamtlicher für andere. Im Verein Heimaten e.V., ein selbstorganisierter Verein von Jungen Flüchtlingen für Junge Flüchtlinge, ist er inzwischen seit vier Jahren im Vorstand. Zumeist organisiert der Verein Begegnungen mit anderen jungen Menschen und Vereinen in München.

Wir wollen einfach Spaß mit anderen Jugendlichen haben und ganz normal Zeit verbringen. Einfach wollen wir einfach Freunde sein. Aber natürlich wollen wir auch unsere neue Heimat kennenlernen. Bei Heimaten e.V. machen wir beides.

Heimaten ist auch Sprachrohr wie sich Junge Geflüchtete in Deutschland fühlen und wie es ihnen in Deutschland ergeht. So schaffte es Moha auch mal mit Statements wie "Mein größter Traum ist es einmal wählen zu gehen!" in die Berichterstattung während der Bundestagswahl. Durch Heimaten e.V. engagiert er sich auch beim Jungen Bündnis für Geflüchtete. Eine Kernforderung des Bündnisses: Flüchtlinge in ganz normalne Wohnungen unterzubringen.

Mohammad Hasani ©Gute Tat

Wohnen in einer WG ist wie Familie

Mohammad hatte Glück könnte man sagen, oder er hat sich durch Fleiß erarbeitet in seiner neuen Heimat bereits gut vernetzt zu sein. Seit einigen Jahren lebt er in einer WG am Isartor mit anderen jungen Erwachsenen. Zwischenzeitlich ist die alte Wohnungsmieterin ausgezogen und hat die WG aufgelöst - doch Moha konnte bleiben. Um die Wohnung selbst zu mieten und eine WG zu eröffnen, dafür reichte das Einkommen und die Sicherheiten des Azubi nicht; aber es fand sich ein junges Paar, dass bereit war die Wohnung mitsamt Mitbewohner zu übernehmen. Zwar nur befristet, aber immerhin!

Bis zum Ende seiner Ausbildung kann er bleiben. Wenn er sie beendet hat im kommenden Sommer, dann will er sich eine eigene Wohnung suchen. Seine Mitbewohner schmeissen ihn nicht raus, aber trotzdem hat die WG ein Ablaufdatum. Das findet auch Mohammad gut.

Gerade ist das Leben wie Familie. Aber wenn ich genug verdiene, dass ich auch richtig auf eigenen Beinen stehen kann, dann will ich gerne auch eine eigene Familie gründen.

Familie hat er nämlich auch in München. Ein Cousin ist in München, der als Minderjähriger allerdings noch in einer Wohngruppe lebt und ebenfalls eine Ausbildung macht. Mohammad unterstützt ihn, denn er weiß wie schwer es ist, eine Ausbildung zu starten. "Meine erste Ausbildung hat mir jemand geholfen zu finden, aber sie hat einfach nicht zu mir gepasst. Deshalb habe ich irgendwann damit aufgehört. Jetzt lerne ich Versicheurngskaufmann. Das macht mir richtig Spaß! Und deshalb bin ich auch gut im Betrieb und in der Schule." Durch die Ausbildung hat er erlebt, dass auch nicht alle Deutsche alle deutschen Wörter können. Wenn er manchmal in die Küche kommt und fragt was eine Abandonklausel ist, dann können ihm auch seine Mitbewohner nicht weiterhelfen.

Generell findet Mohammad helfen ihm aber viele Menschen. Und deshalb möchte er auch anderen Menschen helfen.

"Die Begegnungen mit anderen Menschen machen immer Spaß!"

Wir sind uns sicher, Mohammad Hasani ist ein ganz wunderbarer 20.000ter Engel und wird noch für viele weitere ein Mutmacher und Vorbild sein.


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AutorIn dieses Artikels

Marina Lessig
Philosophin und Innovationsmanagerin