Freiwilligen-Treff: „die Herberge“ - Ein Abend mit einer guten Botschaft

Leuchtende Beispiele
Zwei Rentner ducken sich unter einen Tisch
25.10.2018

Freiwilligen-Treff: „die Herberge“ - Ein Abend mit einer guten Botschaft

Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt: Der Kurzfilm „die Herberge“ dreht die üblichen Rollen mal eben um. Die nette Geschichte eines Rentnerpaars, das ungeplant in einer etwas anderen Gastwirtschaft landet, eröffnet mit Charme Raum für Fragen.

Die Filme, die uns am meisten berühren, sind oftmals auch die, die auf einer wahren Begebenheit beruhen. Ysabel Fantou und Sanne Kurz haben mit ihrem Film „Die Herberge“, der auf einer tatsächlichen Begebenheit basiert, eine kuriose und gleichermaßen sehr herzliche Geschichte in einen Film verpackt.

Die Story in Kürze - Achtung, Spoiler: Ein schwäbisches Rentnerehepaar ist zum Wanderurlaub im schönen Bayern. Die beiden verirren sich auf der Suche nach einer Gaststätte und landen letztendlich in einem etwas merkwürdigen Landgasthof. Die Rentner sind verunsichert, denn auch die Wirte schauen anders aus als gewohnt. Und das Essen, das ihnen serviert wird, ist auch etwas exotisch. Aber es schmeckt. Dann der Plot twist: Am Ende der Mahlzeit stellt sich heraus, dass sie anstatt in einer zünftigen Wirtschaft in einem Asylbewerberheim eingekehrt sind und – ohne Frage – bewirtet wurden. Von einer Rechnung will keiner der Gelegenheitswirte etwas wissen denn: „ihr seid doch unsere Gäste!"

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©Nanni Schiffl-Deiler

„Heute ist dieser Film eine gute Botschaft für uns“

Eine bunt gemischte Truppe aus Alt- und Neu-Münchner*innen, eingeladen von den Caritas Freiwilligen-Zentren Nord und Süd, traf sich am 18.10.2018, um sich den Kurzfilm gemeinsam anzusehen.

Danach sah sich die Gruppe noch die zugehörige Kurzdoku an, in der die Erlebnisse der „realen Protagonisten“ aus dem Sommer 2015 noch genauer erzählt wird. Die Regisseurin Ysabel Fantou beantwortete nach dem Film Fragen. Ihre Botschaft: „Deutschland ist mehr als EinWanderland. Nach 2015 ist ein neues Deutschland entstanden.“

In der folgenden lebhaften Diskussion gab es spannende Perspektiv- und Rollenwechsel: Wer ist Gast und wer ist Fremder? Wie gelingt es uns, die Situation aus der Perspektive des anderen zu sehen? Braucht es manchmal vielleicht nur ein bisschen mehr Vertrauen? Wie zeigen wir Dankbarkeit und nehmen diese an? Was können wir aus anderen Ländern noch lernen?

Der Film „die Herberge“ eröffnet ungezwungen einen Raum, um nachzudenken und Fragen zu stellen. Um Klischees und ihre Auswirkungen auf uns selbst genauer anzusehen. Er bringt uns nicht nur zum Schmunzeln, sondern zeigt auch, welche Bereicherung die kulturelle Vielfalt für uns sein kann. Ein Zuschauer, der selbst in einer Unterkunft wohnt, fasste abschließend zusammen: „Heute ist dieser Film eine gute Botschaft für uns.“

Sie möchten den Film auch sehen? Hier finden Sie die nächsten Termine: https://dieherberge.wordpress.com/film-schauen/


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AutorIn dieses Artikels

Anna Schwab
(M.A. Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz) unterstützt für das Netzwerkteam Willkommen-in-München.de die Freiwilligen-Zentren Nord und Süd.