Festessen aus dem nahen Osten

Aktuelles aus München
18.12.2019

Festessen aus dem nahen Osten

Dieses Jahr soll es zu Weihnachten oder Silvester mal was anderes sein? Versuchen Sie es mal mit einem Festtagsmenü aus dem Libanon!

Fast jede Familie hat ihre eigene Tradition, wenn es um Weihnachten und Silvester geht. Bei den Einen kommt der Weihnachtsmann, bei Anderen das Christkind. Bei den Einen geht es nachmittags in die Kindermesse, bei Anderen in die Christmette. Bei den Einen gibt es Ente oder Gans mit Kraut und Knödeln, bei den Anderen Wiener und Kartoffelsalat. Aber in fast jeder Familie hat man auch die Person, die schon bei dem Gedanken an das Essen stöhnt. „Bitte nicht noch ein Jahr Raclette!“ und „Ich kann die Forelle nicht mehr sehen!“ mag sie seufzen und sich nach ihrer Leibspeise sehnen.
Für all die Experimentierfreudigen, Überdrüssigen oder auch nur einfach Interessierten schauen wir über den Tellerrand und teilen mit Ihnen ein Festtagsmenü aus dem Libanon.

 

Etwa 40 % der Menschen, die im Libanon leben, sind Christen. Ebenso wie muslimische sind auch die christlichen Hochfeste offizielle Feiertage. Die Vorbereitungen für das Fest beginnen bereits zwei Wochen vorher: Ein beliebter Brauch, vor allen bei Kindern, ist es, Keimlinge in Wattebäusche zu pflanzen und damit die liebevoll gestaltete Krippe zu dekorieren. Die letzten neun Tage vor Weihnachten trifft man sich oft in der Kirche: es werden spezielle Gottesdienste abgehalten und gemeinsam die Kirche dekoriert.
Das größte Fest findet im Libanon nicht an Heiligabend, sondern am ersten Weihnachtsfeiertag statt. Nachdem morgens Freunde und Bekannte besucht werden, trifft sich abends die ganze Familie im Haus des ältesten Familienmitglieds.
Das traditionell gereichte Festtagsmenü besteht aus einem Truthahn oder Huhn, das mit gewürztem Reis gefüllt ist. Als Beilage gibt es kleine Spezialitäten und Mezze.
Die Zeit unter dem sogenannten französischen Völkerbundmandat nach dem 1. Weltkrieg hat ihre Spuren auch an der libanesischen Weihnachtstafel hinterlassen: Als Nachspeise gibt es „bûche de Noël“.

 

Rezept für gefülltes Huhn auf libanesische Art

Zutaten (für 4 Personen):

1 Huhn

1 Tasse Reis

250g Hackfleisch

1 Zwiebel

Rosinen

Walnüsse

geschälte Mandeln

Pinienkerne

Öl

Salz

Kurkuma

libanesische Gewürzmischung (Pfeffer, Zimt, Nelke, Ingwer, Muskat, Bockshornklee, Piment)

 

Zubereitung:

Den Ofen auf 200° C Ober-Unterhitze vorheizen.
Die Zwiebel klein schneiden und anbraten, dann das Hackfleisch dazugeben und durchbraten lassen. Anschließend den ungekochten Reis mit den Rosinen dazugeben und mit Wasser bedecken. Diese Mischung erst aufkochen, mit Salz, Kurkuma und der libanesischen Gewürzmischung abschmecken und dann ca. 25-30 min köcheln lassen (der Reis wird noch nicht gar sein).
In der Zwischenzeit das Huhn säubern, die Gewürze mit etwas Öl mischen und auf das Huhn streichen.
Das Huhn mit der Reismischung füllen und mit Nadel und Faden verschließen, anschließend in eine Auflaufform legen und für ca 90 min (je nach Größe des Vogels) in den Backofen geben. Zwischendurch immer wieder mit einem Zahnstocher die Haut anstechen und mit übriggebliebener Gewürz-Öl-Mischung einstreichen.
Währenddessen Walnüsse, Mandeln, Rosinen und Pinienkerne anbraten. Wenn das Huhn goldbraun ist wird diese Nussmischung darüber gegeben.

 

Zu diesem Gericht passt hervorragend ein frischer Minz-Joghurt sowie verschiedene traditionelle Spezialitäten als Beilage, wie zum Beispiel Kibbeh, Taboule und Brot mit Hummus oder Baba Ganoush (mit Klick auf die Gerichte gelangen Sie zu deren Rezepten auf externen Webseiten).


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AutorIn dieses Artikels

Caroline Hartl
Online-Redaktion Willkommensteam