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Erfolgreich in Herausfordernden Zeiten

Als im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand brachte, standen auch zahlreiche Organisationen der Flüchtlings- und Migrationsarbeit vor völlig neuen Herausforderungen. Persönliche Treffen waren kaum noch möglich, Unterstützungsangebote mussten innerhalb kürzester Zeit digital organisiert werden und viele geflüchtete Menschen, vor allem in Gemeinschaftsunterkünften drohten den Zugang zu wichtigen Informationen und Hilfen zu verlieren.

Aus dieser Situation heraus entstand Anfang April 2020 ein außergewöhnliches Bündnis: Lichterkette e.V., Bellevue di Monaco e.G., das Interkulturelle Forum e.V., der Münchner Flüchtlingsrat e.V., Caritas willkommen-in-muenchen.de, REGSAM sowie der Paritätische Wohlfahrtsverband Oberbayern e.V. schlossen sich zu einer gemeinsamen Koordinierungsgruppe zusammen. Ihr Ziel: Kräfte bündeln, Wissen teilen und schnell auf die neuen Herausforderungen reagieren.

Bereits nach vier Wochen zählte das Netzwerk mehr als 110 registrierte Mitglieder aus rund 50 Organisationen. Was zunächst als Krisenreaktion begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer Plattform für Austausch, Zusammenarbeit und Innovation.

Die Koordinierungsgruppe koordinierte sieben Arbeitsgruppen mit zahlreichen Untergruppen, organisierte regelmäßige Online-Treffen, erfasste Bedarfe und brachte Akteur*innen miteinander ins Gespräch. Eine eigene Website, wöchentliche Newsletter und ein neuer Metanewsletter sorgten dafür, dass Informationen schnell und zielgerichtet verbreitet wurden. Mehr als 20 bestehende Newsletter anderer Organisationen wurden mit relevanten Inhalten versorgt.

Die Rückmeldungen der Beteiligten machten deutlich, wie wertvoll diese Arbeit war: Besonders geschätzt wurden die Orientierung in einer unübersichtlichen Krisensituation, der schnelle Informationsaustausch und die Möglichkeit, gemeinsam konkrete Lösungen zu entwickeln.

Konkrete Erfolge mit nachhaltiger Wirkung

Aus den Arbeitsgruppen entstanden zahlreiche Projekte, die bis heute nachwirken.

Unterstützung für Ehrenamtliche und Lernende

Die Arbeitsgruppe „Lernhilfe Erwachsene und Azubis“ entwickelte eine laufend aktualisierte Übersicht über Unterstützungsangebote in München. Die hohe Nachfrage zeigte schnell, wie wichtig diese Orientierungshilfe war. Gemeinsam mit dem Münchner Bildungswerk organisierte die Gruppe außerdem Online-Schulungen für Ehrenamtliche zum Umgang mit Videokonferenz-Tools. Das Interesse war so groß, dass die Seminare mehrfach angeboten werden mussten. Gleichzeitig entstand ein wertvoller Austausch zu Themen wie Patenschaften, Lernförderung, Ausbildungsbegleitung und Jobvermittlung.

Bildungschancen für Kinder stärken

Ein weiteres Beispiel ist die Untergruppe „Schulcamps“ innerhalb der Arbeitsgruppe „Lernhilfe für Schulkinder“. Sie entwickelte ein Konzept für Ferienangebote, die Lernen und Freizeit verbinden. Ziel war es, Kindern mit Flucht- oder Migrationsgeschichte die Möglichkeit zu geben, pandemiebedingte Lernrückstände aufzuholen und gleichzeitig positive Gemeinschaftserfahrungen zu sammeln. Daraus entstand das Projekt FerienLernGaudi

Geflüchtete Frauen erreichen und stärken

Besonders erfolgreich entwickelte sich das Projekt „Spread the Word“ der Arbeitsgruppe „Geflüchtete Frauen* in München“. Sieben geflüchtete Frauen aus verschiedenen Regionen Bayerns wurden zu Multiplikatorinnen geschult. In wöchentlichen Online-Treffen erhielten sie Informationen in einfacher Sprache und gaben diese anschließend in ihren Netzwerken weiter – an Freundinnen, Familien und Nachbarinnen.

Das Projekt erwies sich als so wirkungsvoll, dass daraus eine dauerhafte Kooperation zwischen Ärzte der Welt, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Oberbayern und der Inneren Mission München entstand.