Frei und willig – aber wie? Engagement im Stadtteil

Aktuelles aus München
Yvonne Möller im Gespräch mit Messebesuchern der Freiwilligenmesse München
05.02.2018

Frei und willig – aber wie? Engagement im Stadtteil

Die 12. Münchner Freiwilligenmesse im Gasteig unter dem Motto: Engagement im Stadtteil. Miteinander. Füreinander.

  • Ute Groß und Johannes Sontheimer - Freiwilligenmesse München
  • 12. Münchner Freiwilligenmesse im Gasteig München

„Was kann man denn bei Ihnen machen?“

Eine Münchnerin mit dunklen Haaren schiebt sich am Stand der Freiwilligen Zentren München durch die Umstehenden am Tisch und beugt sich über die ausgelegten Flyer. "Was kann man denn bei Ihnen machen?" Yvonne Möller gibt gerne Auskunft. „Bei uns könne sie sich beraten lassen“. Ganz getreu des diesjährigen Mottos: "Engagement im Stadtteil. Miteinander. Füreiander", bieten die fünf Freiwilligen Zentren der Caritas (FWZ) ganzjährig, regional und individuell, Beratungen für interessierte Bürger an. Wir sind oft erste Anlaufstelle für diejenigen, die noch auf der Suche sind, sagt Michael Reichert, ebenfalls langjähriger Mitarbeiter der FWZ. Bei uns stehen die Talente und Wünsche der freiwilligen Helfer/innen im Vordergrund, so Yvonne Möller. Und dann schauen wir wo im Stadtviertel es solche Möglichkeiten gibt. So kann man das eigene Stadtviertel aktiv mitgestalten und seine Fähigkeiten und Ideen mit einbringen. Auch bei den Freiwilligenagenturen Tatendrang und der Stiftung Gute -Tat in München, kann man sich einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten schaffen.

Gelegenheit macht… Engagement!

Und Gelegenheiten gibt es viele. Rund 80 Initiativen und Vereine sind im Gasteig zusammengekommen und informieren über ihre Arbeit und ganz konkrete Projekte bei denen Mitwirkende gesucht werden. Rund 40 Aussteller/innen mussten abgewiesen werden und konnten dieses Jahr nicht dabei sein. Was bleibt, sind Initiativen und Vereine aus allen Bereichen, die zeigen wo und wie man sich vor Ort engagieren kann. Die Münchner Nachbarschaftszentren, Alten Service Zentren, Jugendtreffs und Kulturhäuser finden sich in fast jedem Viertel. Vom Sprach Café über Telefonseelsorge bis zu Nachhilfe, Musikunterricht oder kulturellen Events ist alles möglich. “Wir wollen zeigen: Jeder kann ein Ehrenamt auch im eigene Stadtviertel finden“ so Gerlinde Wouters, Leiterin der Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement (FöBE).

Rund 600.000 Bürger/innen sind engagiert

Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) lobt auf der Eröffnungsrede der diesjährigen Messe im Gasteig. „Sie sind der Kitt der Gesellschaft, ihr Engagement ist unbezahlbar“. Rund 600000 Bürger über 14 Jahre engagieren sich in München und jedes Jahr gibt es neue Anfragen. Die Freiwilligenmesse gibt es bereits seit knapp zehn Jahren, organisiert von der Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement (FöBE) in Kooperation mit der Landeshauptstadt München. Auch in der Organisation im Vorfeld, sind viele Freiwillige notwendig. Robert Unterweger ist seit 2006 sehr engagiert bei FöBE und bekommt von Christine Strobl die Medaille „München Dankt“ überreicht.

Ein Gefühl von Heimat

Neben den Ständen sind sie die beiden Info Blöcke: „Was muss ich wissen, wenn ich mich freiwillig engagieren will“ sowie die Vorträge mit Beispielen für freiwilliges Engagement gut besucht. Ein solches Beispiel ist das Engagement von Sara Beltán-Tercero, 44 Jahre alt. Sie hat ihr Engagement letztes Jahr auf der Freiwilligenmesse gefunden. Seitdem engagiert sich die gebürtige Mexikanerin im Dialog Café im Stadtteilkulturzentrum Guardini90 in Hadern. Hier treffen sich Einheimische und Zuwanderer einmal in der Woche, um miteinander zu sprechen. Sara Beltán-Tercero moderiert die Treffen. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Sprache ist. „Sprache…schafft im Ausland ein Gefühl von Heimat“

„Über dem ganzen Tag lag ein Glanz!“

Das sagt Gerlinde Wouters. Die 12. Münchner Freiwilligenmesse ist mit 6000 Besucher/innen ein voller Erfolg. “Hier wird an einem Tag erlebt, dass es stimmt – der unmittelbare Eindruck, dass jede/jeder sich interessiert." Man spürt wohlmeinende mitteilende Menschen – Teil einer größeren Geschichte. Ein toller Eindruck! Viele Besucher/innen haben sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht und fragen ganz gezielt nach, so auch der Eindruck vieler Aussteller/innen. Auch Frau Groß und Herr Sontheimer von der Stadtbibliothek in München können das nur bestätigen und freuen sich über den Andrang an den Tischen.

Gerlinde Wouters weiß, bei der Vorbereitung der Messe selbst geht nichts ohne freiwillige Helfer/innen. Das Hauptteam von 14 Freiwilligen der Vorbereitungsgruppe trifft sich bereits ein dreiviertel Jahr im Voraus. Und auch im nächsten Jahr sind sie wieder dabei. Die Planung läuft also bald wieder an und den Termin verrät Frau Wouters auch schon. Am 27.01.2019 im Gasteig. Unbedingt vormerken!


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GastautorIn dieses Artikels

Yvonne Möller und Meike Stahnke(links)
sind Mitarbeiterinnen der Freiwilligen Zentren der Caritas München